Bindung – Beziehung – Interaktion

Kulturell responsives Handeln im Kita-Alltag

14:00 - 15:15 Uhr in Düsseldorf, Leipzig, Stuttgart, Augsburg

Zum Thema:

Das gut abgestimmte Antwortverhalten, das pädagogische Fachkräfte in Kitas gegenüber den Kindern aber auch Eltern zeigen, wird heute in internationalen wissenschaftlichen Studien als Hauptwirkfaktor in der pädagogischen Arbeit betrachtet.

Was bedeutet es aber genau, wenn gefordert wird, die Kinder müssten von den Fachkräften sowohl im Spiel als auch in den Alltagsbegegnungen an der Garderobe, im Waschraum, bei den Mahlzeiten oder beim Schlafen und Ruhen „optimal beantwortet“ werden? Und welche Herausforderungen kommen hier auf die Fachkräfte zu, wenn diese Beantwortung auch unter dem Aspekt Kultur gelingend gestaltet werden soll? Hier kommt das „Wie“ in der Interaktion, das konkrete Handeln der Fachkräfte im Alltag unter den Gegebenheiten einer Institution in den Blick.

Gerade gegenüber Kindern und Familien mit Zuwanderungsgeschichte haben pädagogische Fachkräfte den Auftrag, Brücken- und Ankerfunktionen im Alltag eines geteilten Betreuungsfeldes von Kita und Familie bewusst wahrzunehmen. Unter kultureller Responsivität wird ein kulturbewusstes Antwort- und Abstimmungsverhalten der pädagogischen Fachkräfte auf die von ihnen betreuten Kinder und ihre Familien verstanden. Hierfür nehmen die pädagogischen Fachkräfte insbesondere die „Drehbücher des Alltags“, die so genannten „Skripts“ in den Blick.

Da junge Kinder gerade auf der Basis von Alltagsroutinen kulturelle Skripts ableiten, muss ein entsprechend skript-sensitives Arbeiten in Alltagskontexten wie zum Beispiel bei den Mahlzeiten oder bei der Spielbegleitung umgesetzt werden. Der Vortrag macht an zahlreichen Alltagssituationen praktisch und handlungsnah deutlich, an welchen Schnittstellen, die pädagogischen Fachkräfte kulturell responsiv handeln können.

Beleuchtet werden daher folgende Fragestellungen: Wie kann über die Arbeit mit Ankerlebensmittel eine Willkommenskultur in der Kita aufgebaut werden? Welche Konsequenzen hat es für das Schlafen und Ruhen in der Einrichtung, wenn ein Kind aus einer „Siesta-Kultur“ kommt. Wie umgehen mit unterschiedlichen Perspektiven auf riskantes Spiel?

Ihre Referentin Prof. Dr. Dorothee Gutknecht geht gemeinsam mit Ihnen der Frage „Was ist kulturelle Responsivität?“ nach und beleuchtet mitunter folgende Themenaspekte:

  • Mahlzeiten: kulturell responsiv handeln über die Arbeit mit Ankerlebensmitteln

  • Schlaforte und Schlafzeiten: kulturell abgestimmt

  • Bewegung: Bewegungs- und Berührungsstile im Kulturvergleich

  • Umgang mit riskantem Spiel im Kulturvergleich

Ziel des Vortrages:

Der Vortrag zeigt Möglichkeiten auf, wie es konkret gelingen kann, Alltagssituationen in der Institution kulturell responsiv zu gestalten.

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Die Referentin

Prof. Dr. Dorothee Gutknecht

Dr. Dorothee Gutknecht, Dipl. Päd., Logopädin und Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin ist Professorin an der Evangelischen Hochschule Freiburg im Studiengang Pädagogik der Kindheit. Ihre Arbeitsschwer-punkte sind Spracherwerb/Mehrsprachigkeit, Klein(st)kindpädagogik und Inklusion. Sie verfügt über viele Jahre Berufspraxis im pädagogisch-therapeutischen Bereich, ist Autorin von Fachbüchern und Herausgeberin von Lehrbuchreihen. In wissenschaftlichen Projekten befasste sie sich mit dem (kulturbewussten) Interaktionsverhalten der Kitafachkräfte in Alltagssituationen.

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